Fortbildung „Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII – Zuständigkeiten, Rechtsansprüche und deren Durchsetzung“

Referent: Rechtsanwalt Benjamin Raabe

Termin: Donnerstag, 26. Januar von 9:00 bis 15:00 Uhr

Ort: Gemeindezentrum der St.-Thomas-Gemeinde Bethaniendamm 25, 10997 Berlin
S-Bahn: Ostbahnhof, U-Bahn: Heinrich-Heine-Straße, Busse: 140 und 265

Zur Eingliederungshilfe für von seelischer Behinderung bedrohte Kinder haben wir die Fortbildung „Eingliederungshilfe nach § 35a SGB VIII – Zuständigkeiten, Rechtsansprüche und deren Durchsetzung“ mehrmals durchgeführt.
Den Flyer zur Fortbildung finden Sie hier: Flyer Fortbildung §35a SGB VIII

In der Veranstaltung wurde der aktuelle rechtliche Rahmen der Eingliederungshilfen dargestellt, z. B. Leistungsvoraussetzungen und Abgrenzungskriterien zur Zuständigkeit nach dem SGB VIII, SGB IX und SGB XII. Die Hilfen wurden in Abgrenzung zu Unterstützungsmöglichkeiten durch Schule und anderen Sozialleistungsträgern einsortiert, das Verfahren im Jugendamt erörtert. Zudem geht es um die Fragen: Wer kann die Zugehörigkeit zum Personenkreis des § 35a SGB VIII feststellen? Was kann oder muss das Jugendamt akzeptieren? Welche Vor- oder Nachteile hat die Zugehörigkeit zum § 35a SGB VIII? Auch die letzten Veränderungen durch BTHG und KJSG werden behandelt.

Fortbildung „Hilfen für junge Volljährige durchsetzen! Neuregelungen: §§ 41, 41a, 36b SGB VIII“

Referent: Rechtsanwalt Benjamin Raabe

Termin: Montag, 12.12.2022 von 9:00 bis 15:00 Uhr LEIDER BEREITS AUSGEBUCHT

Zusatztermin: Mittwoch, 11. Januar 2023, 09:00 – 14:30 Uhr

Am 10. Juni 2021 ist die erste Stufe der SGB VIII Reform in Kraft getreten. Hier hat es für junge Volljährige und CareLeaver*innen einige positive Änderungen gegeben.
Der Anspruch auf Hilfe bis zum 21.Lebensjahr im Regelfall wurde bestärkt und eine „Coming Back Option“ nun ausdrücklich ins Gesetz geschrieben. Auch der Prüfungsmaßstab für eine Hilfegewährung nach § 41 SGB VIII hat sich verbessert. Es ist keine Erfolgsprognose mehr abzugeben, sondern im Gegenteil: es muss nun geprüft werden, ob eine Beendigung der Hilfe negative Folgen für die Entwicklung erwarten lässt (Gefährdungseinschätzung). Wenn der Bedarf für eine Hilfe nach § 41 SGB VIII nicht mehr vorliegt, ist in § 36b SGB VIII ein verpflichtendes Übergangsmanagement vorgeschrieben. Brüche im Übergang sollen vermieden werden, indem der Übergang in einen anderen Rechtskreis frühzeitig vorbereitet wird. Die Verantwortung für einen lückenlosen Übergang tragen Jugendamt und der für die Anschlusshilfen in Betracht kommende Sozialleistungsträger.

Die Nachbetreuung (§ 41a SGB VIII) verpflichtet das Jugendamt nach Beendigung der bisherigen Hilfe proaktiv mit den jungen Volljährigen in Kontakt zu treten und dafür zu sorgen, dass die jungen Menschen in einem angemessenen Zeitraum in allen lebenspraktischen Fragen unterstützt und beraten werden.

Diese im Gesetz nun verankerten Verbesserungen wollen wir unter die Lupe nehmen, überprüfen inwieweit sie sich in der Jugendhilfepraxis bereits niederschlagen und welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, diese Neuerungen und Rechtsansprüche durchzusetzen.

Die Fortbildung findet als Präsenzveranstaltung statt.
Sollten die Covid 19-Regeln es zu diesem Zeitpunkt nicht zulassen, werden wir eine Online-Veranstaltung am gleichen Tag anbieten,  rechtzeitig darüber informieren und den Link zuschicken.

Den vollständigen Flyer zur Fortbildung mit allen wichtigen Informationen finden Sie hier.

Unterstützung im Rahmen der aktuellen Energiekrise

Unterstützung der jungen Menschen und Einrichtungen der Hilfen zu Erziehung im Rahmen der aktuellen Energiekrise

Liebe Kolleg*innen,

Eins der beherrschenden Themen dieser Wochen und Monate ist, wie ihr sicher wisst, die Energiekrise und damit verbunden die Frage nach der Unterstützung für junge Menschen, Familien und Einrichtungen der Hilfe zur Erziehung. Zu diesem Thema wollen wir euch hier folgende Informationen zukommen lassen.

Die IGFH informiert zu Einschätzungen und Erfahrungen, insbesondere zur Berücksichtigung von Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Pflegefamilien im Notfallplan der Bundesregierung bei Rationierungen von Gasressourcen.

Außerdem haben mehrere Fachverbände für Erziehungshilfen einen offenen Brief an die Familienministerin Frau Lisa Paus verfasst, um in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit von Neuverhandlungen der Entgelte in der Kinder- und Jugendhilfe nach § 78d Abs.3 SGB VIII aufmerksam zu machen. Auch der Paritätische Gesamtverband hat bereits eine Fachinformation zur Gasversorgung sozialer Dienstleister im Notfall herausgegeben.

Herzliche Grüße,
Das Team des BRJ

Hilfen nach §§30, 34, 13,3 und 41 SGB VIII – Unterschiede und Abgrenzungen

Wie kann ich den individuellen Bedarf des Jugendlichen definieren und durchsetzen?

Referent: Rechtsanwalt Benjamin Raabe, spezialisierte Rechtsgebiete u. a. Jugendhilferecht, Strafrecht, Fachanwalt für Mietrecht

Termin: Dienstag, 08.02.2022 von 09:00 bis 13:00 Uhr,
online via Zoom, Anmeldung bitte bis zum 03.02.2022 über fortbildung@brj-berlin.de

Durch das neue Kinder-und-Jugendstärkungsgesetz (KJSG), welches seit 9. Juni 2021 das Sozialgesetzbuch VIII (SGB VIII) reformiert, werden die Rechte auf Partizipation und Mitbestimmung von jungen Menschen, Eltern und (Pflege-)Familien in der Kinder- und Jugendhilfe stark hervorgehoben (§§ 8 Abs. 4, 10a Abs. 1, 36 Abs. 1, 41a Abs. 1, 42 Abs. 2 und Abs. 3 SGB VIII).

In den genannten Paragraphen ist erkennbar, dass Beteiligung, Beratung und Information „in verständlicher, nachvollziehbarer und wahrnehmbarer Form“  anzubieten sind (§ 10 a SGB VIII). Bezogen auf junge Volljährige und Careleaver werden durch das KJSG gleich mehrere Verbesserungen ins SGB VIII aufgenommen: Eine so genannte Coming-Back-Option (§ 41 Abs. 1 S. 3 SGB VIII) betont, dass junge Menschen nach Beendigung einer Hilfe wieder in die Jugendhilfe zurückkehren können. Den jungen Volljährigen wird ein Anspruch auf Nachbetreuung bei Entlassung aus der Kinder- und Jugendhilfe zugesichert (§ 41a Abs. 2 SGB VIII). So ist fortan der öffentliche Träger in der Pflicht Kontakt zu den jungen Volljährigen zu halten. Durch den neuen § 10a SGB VIII wird weiterhin eine Beratung eingeführt, die Hinweise auf Leistungsanbieter und andere Hilfemöglichkeiten im Sozialraum enthalten soll.

Wir wollen in der Fortbildung besprechen, was die Neuerungen für die Praxis bedeuten.

  • Wer hat wann welchen Anspruch aus dem SGB VIII?
  • Welche Altersgrenzen gibt es bei jungen Volljährigen für die Inanspruchnahme von Angeboten der Jugendhilfe?
  • Welche individuellen Rechtsansprüche gibt es in den Bereichen ambulante und stationäre Hilfen nach dem SGB VIII?
  • Wie erkenne ich den Bedarf der jungen Menschen? Wann ist eine Hilfe nach §§ 41 / 34 oder 13.3 SGB VIII oder eine ambulante Hilfe nach § 30 SGB VIII geeignet? Wie kann ich diesen Anspruch durchsetzen?
  • Was verändert sich im Feld Verselbständigung mit Eintritt in die Volljährigkeit sowie Übergangsplanung und was bedeutet die Rückkehroption? Gibt es eine Begrenzung und welches Jugendamt ist zuständig?
  • Wie muss die Übergangsplanung erfolgen?
  • Was bedeutet „Leaving Care“ und welche Hilfe nach der Entlassung aus der stationären Betreuung braucht es?

Ein Schwerpunkt der Fortbildung liegt auf der Zielgruppe der jungen (geflüchteten) Volljährigen.

Ein Skript wird zur Verfügung gestellt. Die Veranstaltung richtet sich an Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit.

Den vollständigen Flyer zur Fortbildung mit allen wichtigen Informationen finden Sie hier.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Team vom BRJ